• Sayragul Sauytbay / Alexandra Cavelius: Die Kronzeugin: Eine Staatsbeamtin über ihre Flucht aus der Hölle der Lager und Chinas Griff nach der Weltherrschaft
    Europaverlag, 2020 [2]
  • Ingrid Widiarto: Aliya und der kleine Hund - Eine Flüchtlingsgeschichte
    Graphiti-Verlag, Berlin, 2018: http://graphiti-verlag.de/?page_id=1205
  • Ingrid Widiarto: Uigurische Geschichten. Graphiti-Verlag, Berlin, 2017 (Erstauflage 2015): http://graphiti-verlag.de/?page_id=1046  [1]
  • Ingrid Widiarto: Uyghur Stories. Graphiti-Verlag, Berlin, 2017: http://graphiti-verlag.de/?page_id=1060
  • Ingrid Widiarto: Im Land der Uiguren. Graphiti-Verlag, 2020: https://www.bod.de/buchshop/im-land-der-uiguren-ingrid-widiarto-9783959990851
  • Ingrid Widiarto: Yanar, der Uigure - Aus dem Leben eines Jungen im Nordwesten Chinas. amicus  Verlag, 2013:
    http://www.amicus-verlag.de/product_info.php/yanar-p-595
  • Alice Grünfelder: Die Wüstengängerin. Edition8, 2018: https://www.literaturfelder.com/die-wuestengaengerin/
  • Rebiya Kadeer, Alexandra Cavelius: Die Himmelsstürmerin - Staatsfeindin Nr. 1 erzählt aus ihrem Leben.
    Heyne Verlag
  • Nick Holdstock: Chinas Forgotten People - Xinjiang, Terror and the Chinese State. I.B. Tauris
  • Gardner Bovingdon: The Uyghurs: Strangers in Their Own Land. Columbia University Press
  • Colin Legerton and Jacob Rawson: Invisible China - A Journey Through Ethnic Borderlands. Chicago
    Review Press
  • Nijat Hushur: Wandmalereien als Ausgangspunkt für neues künstlerisches Bewusstsein. Akademiker Verlag
  • Jewher Ilham: a uyghur's fight to free her father. University of New Orleans Watch, ISBN 978-160801105-6

  [2] Kommentar zu "Die Kronzeugin":

Ein erschütterndes Buch, das unbedingt weltweite Aufmerksamkeit verdient.

 

Es schildert einerseits das traditionelle Leben der Kasachen in Ostturkestan und andererseits das menschenverachtende Vorgehen der chinesischen Regierung, die unter absurden Vorwänden und mit schier unvorstellbarer Grausamkeit Kasachen, Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Minderheiten demütigt, quält und in Internierungslager gesperrt, wo sie ein für alle Mal ihr Selbstwertgefühl und ihre kulturelle Identität verlieren sollen.

 

Sayragul Sauytbay hat all dies selbst erleben müssen und konnte so nach ihrer Flucht ein authentisches Zeugnis einer Zeitgeschichte ablegen, die bisher viel zu wenig bekannt ist. Zusammen mit Alexandra Cavelius hat sie ein Buch geschrieben, das jeden Leser zutiefst berühren wird. Trotz des schlimmen Geschehens ist es angenehm zu lesen, sympathisch und spannend, und ich wünsche allen Uiguren, Kasachen und anderen Betroffenen, dass es sehr viele Leser findet, denn die Welt muss wissen, was in diesem Teil Chinas vorgeht.

 

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt und aus vollster Überzeugung allen empfehlen, die am Geschehen in der Welt interessiert sind.

 

 

[1]  Kommentare zu „Uigurische Geschichten“:

 

Ich finde die Geschichten sehr gut zu lesen und sehr informativ, obwohl sie wahrlich nicht amüsant sind. Aber sie geben das „Gefühl“, wie das Volk der Uiguren heute unter einem übermächtigen repressiven System leben muss. Das erreicht die Autorin durch ihre Berichte aus dem alltäglichen Leben, die von einer großen Vertrautheit mit den Menschen dort zeugen, und durch die wechselnden Perspektiven, die sich aus den jeweils sehr individuellen Konfrontationen mit dem politischen System, mit der Korruption, aber auch mit dem Zivilisationsbruch ergeben, der in diesen ländlichen Bezirken fast wie ein zweite Kulturrevolution über die Menschen hereinbricht. Sehr geschickt finde ich, dass durch die Auswahl der Geschichten auch die verschiedenen Methoden und Ebenen der Repression anschaulich – ja geradezu beklemmend nachfühlbar wird. Insofern hat das Buch auch das Verdienst, an einem aktuellen Beispiel zu zeigen, wie Unterdrückung von Minderheiten „sozio-technisch“ funktioniert (und wohl zu allen Zeiten funktioniert hat). Und ganz nebenbei sind einem nach der Lektüre die Lebensverhältnisse in einem uigurischen Dorf oder einer Kleinstadt am Ende so vertraut, als wäre man selbst dort gewesen.

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Die Geschichten machen betroffen, wütend und sehr traurig. Ich kenne dieses Land von meiner eigenen Reise und bin überzeugt, dass die Geschichten nicht übertrieben sind. Diese Hilflosigkeit und das "Ausgeliefert sein" der Uiguren ist in den Geschichten deutlich spürbar. Mir war schon klar, dass die Uiguren kein gutes Leben mit den Chinesen haben, aber dass wirklich so schlimme Sachen passiert sind oder noch passieren, war mir nicht bewusst. Die Geschichten sind mit viel Mitgefühl und großer Anteilnahme, aber ohne jegliche Aggression oder Wut geschrieben. Diese Schilderungen der vielen kleinen und großen Gemeinheiten und Bosheiten, denen die Uiguren ausgesetzt sind, sind sehr plastisch und nachvollziehbar erzählt. Der besondere Schreibstil schildert das brisante Thema sehr deutlich, ohne jedoch die große Vergeltungs-Rache-Keule raus zu holen.

Das ist ein Buch, das mich sehr berührt hat, vielen Dank für diese Geschichten.

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Die Geschichten waren eine Bereicherung für mein Nichtwissen über dieses Land und gleichzeitig die Bestätigung, wie wichtig es ist, unbenannte Dinge ins richtige Licht zu rücken. Ein großes Kompliment an dich, deine privaten Emotionen so zu formulieren, um auch politisch eine Aussage zu treffen.

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Ein Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:

Diese Geschichten berühren mich außerordentlich, sowohl in ihrer einfachen, zu Herzen gehenden Sprache als auch mit dem speziellen politischen Hintergrund. Die menschliche Wärme und Natürlichkeit der geschilderten Personen und Lebensumstände, das unerwartete Zuschlagen der meist Han-Chinesen oder in deren Diensten stehenden uigurischen Polizisten, es ist schier unglaublich. Die deutsche Autorin hat Geschichten verschiedener Menschen, die man einfach gerne haben muss, mit unterschiedlichen Hintergründen mit viel Empathie geschrieben. Was mich an dem Buch ganz besonders fasziniert, ist die menschliche Wärme!