Rahima Mahmut

Sängerin

 

Rahima Mahmut wurde in Ghuja, Ostturkistan (Xinjing, China) geboren und wuchs in einer großen, religiös geprägten und sehr musikalischen Familie auf. Sie lernte von ihrer Mutter singen und war schon in jungen Jahren in ihrer Nachbarschaft als eine kleine Nachtigall bekannt. Als junge Frau trat sie jedoch in die Fußstapfen ihres Vaters und studierte Erdöl- und Erdgastechnik. Neben dem Studium an der Technischen Universität Dalian, fern der Heimat, konnte Rahima dennoch ihre Gesangs- und Tanzfähigkeiten weiterentwickeln. Sie sang auf Chinesisch, Uigurisch und Englisch und wurde häufig eingeladen, mit professionellen Musikern nicht nur in Dalian, sondern auch in anderen Provinzen Chinas zu aufzutreten. Man nannte sie „die Nachtigall, die vom Himmel kommt“.

 

Rahima versucht, durch ihre Lieder dem Publikum etwas über die Uiguren zu erzählen. Denn als sie im Jahre 2000 nach Großbritannien kam, um ihren Master-Abschluss zu machen, wurde ihr klar, dass die Menschen dort kaum etwas über ihr Volk und ihre Heimat wussten. Um dies zu ändern, gründete sie 2004 zusammen mit einigen Exil-Uiguren und britischen Musikern, deren Schwerpunkt auf der Musik Zentralasiens lag, das London Uyghur-Ensemble.

Dieses in seiner Art einzigartige Ensemble trat erstmals 2005 beim London South Bank Sanctuary Festival  für Flüchtlingsmusik auf und spielte im Laufe der Jahre an vielen Orten in London, u.a. St Ethelburga's Center for Peace and Reconciliation, dem Diaspora London Music Village, bei der SOAS World Music  Konzertreihe, beim Interfaith Festival  im Britischen Museum, im Science Museum, der Britischen Bibliothek, EBRD und im Islington Folk Club sowie in Städten wie Cambridge, Sheffield, Newcastle, Manchester und in Devon. Auch im Ausland trat Rahima mit ihrem Ensemble auf, so z.B. in Irland, Italien, Deutschland, Norwegen (beim Forde Folk Festival), in Ungarn, den USA, Kanada und beim Taipei Silk Road Festival  in Taiwan.

 

Rahimas derzeitiges Ziel ist es, das gemeinsame kulturelle Erbe entlang der Seidenstraße näher kennenzulernen. Sie hat Musiker aus der Türkei, Usbekistan und Iran eingeladen, um mit ihnen das reiche Vermächtnis der klassischen Muqam-Tradition der türkischen und persischen Vergangenheit zu erkunden.

 

Auch für die Literatur ihres Volkes setzt sich Rahima Mahmut ein. So hat sie kürzlich das Buch „The Land Drenched in Tears“ von Söyüngül Chanisheff aus dem Uigurischen ins Englische übersetzt. Es wird von Hertfordshire Press veröffentlicht und soll im November 2017 erscheinen.